Welcher Wein zur Pasta?

Montag, 08. Juli 2019

Welcher Wein zur Pasta?

Pasta und Wein. Was passt nun wozu?

Wasser, Gries und Salz. Es braucht tatsächlich nicht sehr viel, um die Basis für viele beliebte Gerichte zu schaffen. Pastagerichte jeglicher Art sind in der Regel schnell zubereitet, schmecken mit den richtigen Zutaten einfach nur großartig und tun der Seele gut. Weniger simpel ist da schon die Auswahl vom perfekten Wein zur Pasta. Aber keine Sorge, wir können Abhilfe schaffen und verraten dir, welche Tropfen perfekt zu Spaghetti Bolognese und Co. passen.

Penne, Fusilli oder doch Linguine?

Bei über 180 Pastasorten, unzähligen Zubereitungsmöglichkeiten und einer ebenso unüberschaubaren Anzahl an Weinen, scheint das Grundproblem schnell gefunden: zu große Vielfalt. Prinzipiell kann man sich aber an Weiß- und Rotweinen aus der vermeintlichen Heimat der Pasta - Italien - orientieren. Eigentlich liegt der Ursprung getrockneter Teigwaren ja in China, aber das ist eine andere Geschichte…

Pasta ist das italienische Wort für Teig und natürlich gibt es auch hier wieder verschiedene Teigarten, aus denen man wählen kann. Der Klassiker besteht aus Wasser, Hartweizengries und Kochsalz. Es gibt aber auch Varianten, denen Ei beigemengt wird oder die aus komplett anderen Getreidearten wie Vollkorn oder Soja hergestellt werden. Für welche Teigware du dich nun entscheidest, spielt für die Weinwahl eigentlich gar keine so große Rolle wie die Wahl der dazugehörigen Soße. Denn hiervon hängt eigentlich ab, welcher Wein zur Pasta passt.

Obwohl es eine riesige Vielfalt an Zubereitungsarten gibt, kann man sie alle drei wichtigen Basiskategorien zuordnen. Diese haben wir für dich ausgemacht, für jede einen wichtigen Vertreter herausgepickt und die besten Weine dazu ausgesucht.

1. Tomatenbasis

Hand aufs Herz. Wer verbindet Spaghetti Bolognese nicht sofort mit Wohlfühlessen, Kindheitserinnerungen und einem „Geht-doch-immer“-Gedanken? Für alle alteingesessenen Fans der Italo-Küche kommt nun vielleicht ein kleiner Schock: Der vielgeliebte Klassiker ist eigentlich gar kein authentisch-italienisches Gericht. Denn nur außerhalb der italienischen Landesgrenzen wird die tomatige Hackfleischsoße mit länglich, schmalen Spaghetti serviert. Das aus Bologna stammende „ragu alla bolognese“ gibt es zwar tatsächlich, allerdings wird es hier ausschließlich mit Tagliatelle serviert. Und für alle, die gerne mit Wein kochen (und ihn auch ins Essen geben :-) ) haben wir gute Nachrichten: Richtig authentisch wird dieses Gericht erst, wenn man die Grundzutaten mit einem Schuss Weißwein ablöscht bevor man Tomaten in den Topf gibt. Ist die Soße nach der idealen Kochzeit von zwei Stunden dann auch endlich fertig, greift man am besten zu einem fruchtigen Primitivo (Wissenswertes rund um den Primitivo findest du in diesem Blobgbeitrag!) wie dem Primitivo di Manduria DOC 2017.

2. Panna e cacio (Sahne und Käse)

Ja, ja, ja … Wir wissen, dass richtige Spaghetti Carbonara ohne Schlagobers bzw. Sahne auskommen sollten. Richtig authentische Carbonara besteht nämlich ausschließlich aus Eigelb, Guanciale (Speck), Pecorino, Salz und Pfeffer. Diese Kategorie nennen wir trotzdem so, weil es hier vor allem um cremige, etwas deftigere Soßen und ihre Weinbegleitung gehen soll. Zu diesen häufig gehaltvolleren Soßen eignen sich am besten trockene Weißweine wie der Friulano Ronco Cucco DOC 2018 vom Weingut Tenuta Villa Nova. Wer mag, kann aber auch zu einem kräftigen Sangiovese wie dem Le Sentinelle Morellino di Scansano Riserva 2013 greifen.

3. Ölbasis

Und nun Trommelwirbel für unsere letzte und liebste Kategorie! Lieblingskategorie deshalb, weil sie so wunderbar vielseitig ist und mit so vielen Weinen und Pastasorten eine perfekte Symbiose eingehen kann. Basis ist hier ein hochwertiges Olivenöl. Bleibt man bei einer klassischen Version, erweitert man das Ganze um frischen Knoblauch, würzigen Peperoncino, Basilikum, Salz und Pfeffer. Pasta dazu und schon hat man die perfekten Spaghetti Aglio e Olio. Durch den Einsatz verschiedener Öle, frischer Kräuter und anderer Zutaten wie zum Beispiel Meeresfrüchte, kann man immer wieder neue Abwandlungen kreieren. Hobelt man dann noch reifen Parmegiano Reggiano darüber – mmmmh, ein Gedicht. Aber Attenzione! In der italienischen Küche wird Parmesan niemals zu Meeresfrüchten gereicht. Die Italiener sind nämlich der Meinung, dass der intensive Geschmack von reifem Käse die feinen Aromen von Fisch, Garnelen und Calamari überdeckt.

Für diese Kategorie war es tatsächlich am schwersten, einen Favoriten auszumachen, weil so vieles so gut passt. Wir konnten uns dann aber für einen Felugan Lugana D.O.P. 2018 vom Weingut Azienda Agricola Feliciana entscheiden. Dieser Italo-Weißwein ist ein durchaus betörender und kräftiger Tropfen, passt aber gerade deshalb so hervorragend zu vegetarischen Speisen, Fisch und Meeresfrüchten. Ein perfektes Zusammenspiel!

Und da du jetzt in Zukunft nicht mehr Stunden ratlos vorm Weinregal verbringst, könntest du die gewonnene Zeit doch in selbstgemachte Pasta investieren – es lohnt sich allemal! Hier haben wir für dich ein Rezept, das sich perfekt für Pasta-Anfänger eignet.

Fotocredits: Janko Ferlič (Unsplash)