Die Kunst des Weindegustierens – Wie du deine Sinne schulst
Eine einfache Anleitung, damit du mehr Freude am Weintrinken hast
Warum unsere Sinne trainiert werden müssen
Weindegustieren auf einen Blick
| Schritt | Worauf du achten solltest | Was du daraus lernst |
|---|---|---|
| Riechen | Frucht, Kräuter, Holz, Erde, Mineralität | Aromen erkennen und einordnen |
| Schmecken | Säure, Körper, Struktur, Abgang | Stil und Qualität verstehen |
| Vergleichen | Zwei Weine nebeneinander probieren | Unterschiede schneller erkennen |
| Alltag nutzen | Bewusst an Umgebung und Lebensmitteln riechen | Sinne langfristig trainieren |
| Zeit nehmen | Langsam trinken und bewusst wahrnehmen | Mehr Tiefe im Wein entdecken |
Wenn du diese Punkte im Hinterkopf behältst, wirst du schnell merken: Du erkennst mehr, verstehst mehr und hast deutlich mehr Spaß beim Wein.
Es gibt einen Unterschied zwischen Wein trinken und Wein verstehen. Beides macht Spaß. Aber wenn du einmal beginnst, deine Sinne bewusst einzusetzen, verändert sich etwas. Du riechst mehr, du schmeckst mehr und plötzlich erkennst du Dinge im Glas, die dir vorher gar nicht aufgefallen sind.
Genau darum geht es beim Weindegustieren. Und das Beste daran: Du musst kein Profi sein, um das zu lernen.
Unsere Sinne funktionieren nicht automatisch auf höchstem Niveau. Geruch und Geschmack sind trainierbar – genau wie ein Muskel. Wenn du dich bewusst mit Aromen beschäftigst, wirst du mit der Zeit immer besser darin, sie zu erkennen und einzuordnen. Am Anfang wirkt vieles noch unscharf, mit der Zeit wird es klarer. Und genau das ist der spannende Teil.
Riechen lernen – der wichtigste Schritt
Der größte Teil dessen, was wir als Geschmack wahrnehmen, passiert eigentlich über die Nase. Deshalb ist das Riechen beim Wein so entscheidend.
Ein einfacher Trick: Nimm dir im Alltag bewusst Zeit zu riechen. Beim Kochen, beim Einkaufen, beim Kaffee. Wie riecht eine Zitrone, wie ein Apfel oder wie frische Kräuter?
Aber damit hört es nicht auf. Viele der spannendsten Aromen im Wein haben nämlich gar nichts mit klassischen Lebensmitteln zu tun. Gerade bei hochwertigen Weinen findest du oft Eindrücke wie feuchter Waldboden nach einem Spaziergang, nasse Steine nach einem Sommerregen, Kreide oder mineralische Noten, Holz, Rauch oder leichte Röstaromen sowie Teer oder erdige Anklänge.
Das klingt im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich – ist aber völlig normal. Wein bildet oft genau diese Eindrücke ab, weil sie aus Boden, Klima und Ausbau entstehen.
Deshalb lohnt es sich, auch außerhalb der Küche aufmerksam zu sein. Wenn du das nächste Mal im Wald unterwegs bist oder nach einem Regenguss draußen stehst, nimm dir einen Moment Zeit und riech bewusst. Genau diese Eindrücke findest du später im Glas wieder. Und plötzlich ergibt vieles mehr Sinn.
Warum Wein nach Dingen riecht, die gar nicht drin sind
Eine Frage, die fast jeder irgendwann stellt: Wie kann ein Wein nach Pfirsich, Waldboden, Kreide oder Rauch riechen, obwohl das alles gar nicht im Glas ist?
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach – und gleichzeitig ziemlich faszinierend. Im Wein stecken hunderte verschiedene Aromaverbindungen, die während des Reifens der Trauben, bei der Gärung und teilweise auch beim Ausbau entstehen. Diese Aromen erinnern unser Gehirn dann an Dinge, die wir aus dem Alltag kennen.
Deshalb riecht ein Wein nicht wirklich nach Pfirsich, weil Pfirsich im Wein wäre, sondern weil bestimmte Duftstoffe genau diesen Eindruck auslösen. Und genau das gilt auch für all die anderen spannenden Aromen, die Wein so besonders machen: feuchter Waldboden, nasse Steine, Kreide, Rauch, Holz oder Teer.
Viele dieser Eindrücke entstehen durch das Zusammenspiel aus Rebsorte, Herkunft, Klima, Boden und Ausbau. Ein Riesling von kargen Böden wirkt oft ganz anders als ein kräftiger Rotwein mit Holzfassausbau. Und genau deshalb lohnt es sich, beim Verkosten nicht nur an Früchte zu denken. Oft sind es gerade diese würzigen, erdigen oder mineralischen Noten, die einen Wein wirklich spannend machen.
Je mehr du davon im Alltag bewusst wahrnimmst, desto leichter erkennst du solche Aromen später auch im Glas wieder.
Welche Aromen sind typisch für Weißwein, Rotwein und Rosé?
Wenn du beginnst, Wein bewusster zu verkosten, hilft es enorm, ein grobes Gefühl dafür zu bekommen, welche Aromen bei welchem Weinstil besonders häufig vorkommen. Natürlich ist jeder Wein anders. Aber es gibt gewisse Duft- und Geschmacksmuster, die dir beim Einordnen sehr helfen können.
Typische Aromen bei Weißwein
Weißweine wirken oft frischer, klarer und direkter in der Aromatik. Typisch sind zum Beispiel Zitrusfrüchte wie Zitrone oder Grapefruit, grüner oder gelber Apfel, Birne, Pfirsich oder Marille, weiße Blüten, Kräuter sowie mineralische oder steinige Noten.
Je nach Rebsorte und Herkunft kann Weißwein aber auch deutlich würziger, cremiger oder exotischer wirken.
Typische Aromen bei Rotwein
Rotweine zeigen oft mehr dunkle Frucht, Würze und Tiefe. Häufige Aromen sind Kirsche oder Weichsel, Zwetschke, Brombeere oder Heidelbeere, Pfeffer oder Gewürze, Leder, Holz oder Rauch sowie erdige Noten wie Waldboden oder Teer.
Gerade bei gereiften oder im Holz ausgebauten Rotweinen wird das Aromenspektrum oft noch spannender.
Typische Aromen bei Rosé
Rosé liegt aromatisch oft irgendwo zwischen Weiß- und Rotwein, wirkt aber meistens besonders frisch und zugänglich. Typische Eindrücke sind Erdbeere, Himbeere, rote Johannisbeere, Pink Grapefruit, Wassermelone, Kräuter und florale Noten.
Gerade bei Rosé lohnt es sich, nicht nur auf Frucht zu achten. Auch hier können Würze, Frische und Struktur eine große Rolle spielen. Je öfter du solche Aromen bewusst wahrnimmst, desto leichter fällt dir später das Einordnen im Glas.
Vergleichen statt allein trinken
Einer der besten Tricks, um schneller besser zu werden, ist der direkte Vergleich. Probiere zwei Weine nebeneinander – zum Beispiel zwei verschiedene Rebsorten, zwei unterschiedliche Regionen oder zwei verschiedene Stilrichtungen.
Plötzlich werden Unterschiede viel klarer. Was vorher einfach nur „Wein“ war, bekommt Struktur. Du merkst schneller, was frisch wirkt, was würziger ist, was mehr Frucht hat oder was länger nachhallt.
Langsam trinken – mehr wahrnehmen
Ein häufiger Fehler ist, zu schnell zu trinken. Wenn du dir nur ein paar Sekunden mehr Zeit nimmst, verändert sich vieles. Riech am Glas, nimm einen kleinen Schluck und lass den Wein kurz im Mund. So nimmst du deutlich mehr wahr.
Es geht nicht darum, kompliziert zu werden. Es geht einfach darum, bewusster zu genießen.
Der Einfluss von Erfahrung
Mit jeder Verkostung wächst dein Erfahrungsschatz. Du erinnerst dich an Aromen, erkennst Muster und verstehst Zusammenhänge. Und plötzlich wird Wein greifbarer.
Das passiert nicht über Nacht – aber schneller, als man denkt. Gerade wenn du regelmäßig probierst und bewusst darauf achtest, was dir auffällt, entwickelt sich dein Zugang zu Wein fast automatisch weiter.
Kleine Übungen mit großer Wirkung
Du kannst deine Sinne ganz einfach trainieren. Riech bewusst an Lebensmitteln im Alltag, aber eben auch an Dingen außerhalb der Küche. Vergleiche regelmäßig zwei Weine nebeneinander, nimm dir beim Trinken Zeit und sprich über das, was du wahrnimmst.
Das klingt simpel, funktioniert aber erstaunlich gut. Je öfter du dir diese kleinen Momente nimmst, desto sicherer wirst du beim Verkosten.
Fazit: Degustieren ist Übung – und macht Spaß
Weindegustieren bedeutet nicht, kompliziert zu werden. Im Gegenteil. Es geht darum, bewusster zu genießen und mehr aus jedem Glas herauszuholen. Und genau das macht Wein langfristig noch spannender.
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