Junker, Heuriger und mehr

junger wein

Eine Einführung in die Welt der Jungweine

Gerade bei jüngeren Weinkennern sind Jungweine seit Mitte der 1980er Jahre sehr beliebt. Insbesondere in Österreich, aber auch in Deutschland greifen junge Menschen gerne zu Weinsorten, die erst ein oder zwei Jahre gealtert sind. Ob Junker, Heuriger, Novello oder Joven: Dieser Ratgeber bietet dir jedenfalls einen kleinen Einblick in die Vielfalt der frischen Jungweine.

Wann sind Weine Jungweine?

Jungweine (auch „Stillweine“ genannt) sind Weine, bei denen die alkoholische Gärung beendet, aber noch Restzucker enthalten ist. Sie wurden noch nicht geklärt, das heißt von den Hefen getrennt. Aus diesem Grund besitzen sie ihre charakteristische trübe Färbung. Der Jungwein befindet sich in der Entwicklung zwischen dem Federweißer oder Neuen Wein und dem ausgereiften Wein. Anders als länger gereifte Weine besitzen jüngere Weine einen weniger intensiven Geschmack, da viele Aromastoffe erst während der Reifung entstehen. Des Weiteren ist bei jungen Weinen der Alkoholgehalt geringer als bei ausgereiften Weinen. Insbesondere jüngere Weinkenner wissen das leichte, spritzige Aroma eines Jungweins zu schätzen. Oft erinnern sie geschmacklich an Sauerkirschen, rote Beeren oder herbe Kräuter. In Österreich ist Jungwein unter dem Namen Junker oder Heuriger (vor allem in der Steiermark) bekannt. In Spanien heißt das Getränk Vino joven, während es in Frankreich als Nouveau oder Primeur und in Italien als Novello bekannt ist.

Typische Rebsorten für Jungweine

Jungwein kann einerseits aus weißen und anderseits auch aus roten Weintrauben hergestellt werden. Weißer Jungwein wird unter anderem aus Trauben der Sorten Müller-Thurgau, Sauvignon Blanc, Grüner Veltliner, Neuberger und Bouvier hergestellt. Für roten Jungwein werden Trauben der Sorten Pinot Noir, St. Laurent, Zweigelt und Blauer Portugieser verwendet.

Die beste Saison für Jungweine

Österreichische Junker und Heuriger sind ab Oktober oder November erhältlich. Die Marktgemeinschaft Steirischer Wein vertreibt diese Jungweine unter der Bezeichnung „Steirischer Junker“ oder „Junger Österreicher“. Hinzu kommen weitere regionale Dachmarken. Der französische Beaujolais Primeur mit seiner fruchtigen Note wird ab Mitte November verkauft. Idealerweise kaufst du deinen Jungwein zwischen Oktober und Silvester, da er frisch am besten schmeckt. Allerdings kann es in Jahren mit schlechter Weinernte zu Engpässen kommen. In diesen Jahren bevorzugen die Winzer die Vermarktung von langsamer gereiften Weinen, da sie damit höhere Verkaufspreise erzielen können. Bis zum 31. März des Folgejahres können gemäß der EU-Weinmarktverordnung Jungweine als solche vermarktet werden. Im frischen Zustand haben sie jedoch ihr kennzeichnendes leichtes Aroma. Nach der Öffnung der Flasche solltest du darauf achten, den Junker möglichst rasch aufzubrauchen.