Weingut Hannes Reeh

Neusiedlersee / Andau

Über das Weingut

Ausg’steckt is’

Zwei Fragen an Hannes Reeh: Wie oft hat der Erfinder der „Unplugged“-Weine den Kalauer im Titel eigentlich schon gehört? (Ja, eh schon ein paar Mal, danke.) Zweitens: Möchte er der Konkurrenz vielleicht auf diesem Weg ein paar Tipps geben, wie das geht: Ein weitgehend unbekanntes Familienweingut am Ende der Welt (na gut: des Seewinkels) übernehmen und innerhalb von fünf, sechs Jahren zu einem der ganz großen Namen der heimischen Branche zu machen? Reeh, jovialer Typ, kräftige Stimme, hebt an zu einer Erklärung, die leider keine ist: „Planen kannst du das natürlich nicht. Ich weiß nicht, ob es genauso funktionieren würde, wenn ich es nochmal genauso machen würde. Ich war halt zur richtigen Zeit mit den richtigen Weinen an den richtigen Orten. Dazu gehört aber auch das Glück des Tüchtigen: Pro Jahr bin ich sicher an die 80.000 Kilometer mit den Auto unterwegs.“

Sagen wir so: Es hat sich ausgezahlt. Hannes Reeh sagt: „Danke, es läuft“, und führt durch sein 2012 eröffnetes Produktionsgebäude. Eine Flaschenfüllanlage läuft auf Hochtouren, Gabelstapler kurven um enorme Edelstahltanks, im Fasskeller stapeln sich rund 1000 Barriques. Der Winzer mag seinen Stolz nicht verstecken: „In der letzten Ernte haben wir hier eine Million Kilo Trauben übernommen. Es ist wahrscheinlich ziemlich unösterreichisch, das so offen zu sagen. Man verleugnet den eigenen Erfolg hier ja gern. Aber warum soll ich lügen, wenn mich wer fragt, wie viele Flaschen ich verkaufe? Es ist ja schön, dass viele das Winzersein noch so idyllisch sehen, aber wir leben halt nicht vom Singen-Tanzen-Klatschen. Am Ende des Monats muss ich 25 Mitarbeiter bezahlen.“ Reehs entwaffnende Offenheit endet nicht beim Geschäftlichen. „Unplugged“ heißt nämlich auch: Lockerbleiben. Die Idee zu dem Label stammt übrigens noch aus Reehs frühjugendlicher Nirvana-Phase („Innen drinnen habe ich immer noch sehr lange Haare“), die extrem wiedererkennbaren Etiketten dazu hat ihm der heute weltbekannte Naturwein-Winzer Christian Tschida, damals noch hauptberuflich Grafiker, entworfen: „Die Vorlage dazu hat er in einem alten Apothekerbuch gefunden. Da stand statt ‚Zweigelt’ halt ‚Aspirin’. Einmal musste ich darüber schlafen, aber dann war ich sicher: Das ist es.“ Das war es tatsächlich. Come as you are.

Das Weinbaugebiet:

Im Wesentlichen deckungsgleich mit dem politischen Bezirk Neusiedl am See (mit Ausnahme der Gemeinden Winden und Jois), zeichnet sich das Gebiet, das eine Weinbaufläche von 7650 Hektar umfasst, durch eine bemerkenswerte Sortenvielfalt aus. Die Bezeichnung Neusiedlersee DAC ist seit dem Jahrgang 2011 allerdings fruchtigen, harmonischen Weinen der Sorte Zweigelt sowie (in der Reserve-Kategorie) Zweigelt-dominierten Cuvées vorbehalten. Die Weine profitieren von den mehr oder weniger endlosen Sonnenstunden des Gebiets, wobei der Neusiedlersee in dem heißen pannonischen Klima als natürlicher Temperaturregler fungiert.

 

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