Winzerhof Weissinger

Traisental / Inzersdorf ob der Traisen

Über das Weingut

Spezialgebiet:

Weil Herbert Weissinger ein sehr wissbegieriger Mensch ist, beruht das Interview mit dem Traisentaler Winzer und Heurigenwirten gewissermaßen auf Gegenseitigkeit. Man selbst erfährt dann unter anderem, dass man südlich der Donau eher nicht „Traisental“ sagt, sondern „Drasendoi“; Weissinger seinerseits lernt, wie man sich den Alltag eines Profiljournalisten ganz genau vorstellen kann. Letztlich sieht aber auch Weissinger ein, dass es hier und jetzt um Weissinger geht. Also: Weinbauer in Inzersdorf ob der Traisen, am linken Ufer des namensgebenden Flusses; kleines Weingut am Fuße des Theyernbergs; karge, kalkige Böden, üppiger Blick auf die Stiftskirche Herzogenburg; Weinbau- und Kellermeisterprüfung in Krems abgelegt, 1997 in den väterlichen Betrieb eingestiegen, sofort beherzt die gemischtlandwirtschaftliche Vergangenheit hinter sich gelassen und ganz auf eine Zukunft im Weinbau gesetzt – in einem Gebiet, das zu jenem Zeitpunkt auch noch nicht lange wusste, wo es hingehört. Als jüngstes österreichisches Weinbaugebiet existiert das Traisental unter diesem Namen erst seit 1995 (Weinbau an sich wird hierorts freilich schon etwas länger betrieben, nämlich seit ungefähr 4000 Jahren). „Das hat uns unheimlich viel gebracht. Endlich hatten wir unser eigenes Profil und waren nicht mehr nur ein Anhängsel. Das Traisental hat ja seine ganz speziellen Bodenbeschaffenheiten. Unsere Weine zeichnen sich aus, dass sie relativ spät ihre Trinkreife erreichen, weil sie auf diesem kargen Untergrund wachsen.“ Man könnte das Traisental also als Spezialgebiet bezeichnen, und Weissinger als einen Spezialisten: „Uns ist, als Kleinbetrieb mit nur fünf Hektar Weingärten, die Qualität das Allerwichtigste. Meine Frau und ich machen alles allein, im Weingarten und im Keller, da ist alles gepflegt und sortiert, auch im Heurigenbereich. Da musst du die Nase vorne haben, weil mit der Masse brauchen wir nicht zu konkurrieren. Wir wollen auch gar nicht größer werden, wir wollen gute Sachen liefern.“ „Gute Sachen“ heißt bei Weissingers: reduktiv ausgebaute, klare, jugendlich anmutende Weine. Der Erfolg gibt ihm Recht: Bei den Bezirksweinverkostungen (die geheimen Grand Prix der österreichischen Weinwelt) rangieren seine Weine regelmäßig im Spitzenfeld, und auch die Kundschaft, die im Wesentlichen über den Heurigen lukriert wird, weiß so etwas zu schätzen: „Wir sind jedes Jahr total ausverkauft.“ Im Speziellen kommt es halt wirklich nicht auf die Größe an.

Das Weinbaugebiet:

Das jüngste Weinbaugebiet Österreichs ist mit einer Gesamtrebfläche von rund 790 Hektar auch eines der kleinsten des Landes. 1995 wurde das Gebiet erstmals urkundlich erwähnt, wobei entlang der Traisen auch schon deutlich früher Weinbau betrieben wurde – einschlägige Funde datieren aus der Bronzezeit. Heute regiert hier – in den zentralen Weinbauorten Nussdorf, Reichersdorf, Inzersdorf, Traismauer und Herzogenburg – der Grüne Veltliner, der auf etwa 60 Prozent der Rebfläche wächst. Als Traisental DAC dürfen seit dem Jahrgang 2006 neben typisch fruchtigen, würzigen Veltlinern aber auch mineralische Rieslinge vermarktet werden; dabei ist auch in der kräftigeren Reserve-Kategorie kein Holz- oder Botrytiston erlaubt.

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