Weingut Prechtl

Weinviertel / Zellerndorf

Über das Weingut

Wege zum Glück:

Es gab viel zu tun in Zellerndorf, also packten sie es an. Zunächst einmal, das war im Jahr 1993, haben Franz und Petra Prechtl geheiratet, danach drei Kinder bekommen und nebenbei Weingut gespielt. Wobei das Nebenbei natürlich schon ein bisschen Hauptsache war, zumindest was den Arbeitsaufwand betrifft. Petra Prechtl: „Wir waren noch gar kein ernstzunehmender Weinbaubetrieb, haben uns aber so verhalten, haben uns auf die großen Weinmessen gestellt, auf die VieVinum, auf die ProWein in Düsseldorf. Beinhart. Und daheim hatten wir immer noch eine gemischte Landwirtschaft und bei weitem nicht die Bedingungen, die wir uns vorgestellt haben. Einmal ist bei einer solchen Messe ein großer Händler zu uns gekommen und hat gemeint: ‚Die Weine sind wunderbar, machen Sie doch noch mehr daraus. Nehmen Sie ein paar Millionen in die Hand und investieren Sie.’ Na, vielen Dank für den Tipp.“

Ein bisschen schwieriger war es dann schon, jahrelang haben Prechtls alles zusammenkratzbare Kapital in den Weinbau investiert und beharrlich, Stück für Stück, ihre Vorstellungen umgesetzt. Erst seit gut einem Jahr ist alles wirklich so, wie sich Prechtls das immer vorgestellt haben: knapp 20 Hektar Rebfläche im Retzer Land, moderne Produktionsstätte, naturnahe Bewirtschaftung, internationaler Absatz. „Man merkt schon, dass es läuft, dass sich ein Zug entwickelt“, sagt Petra Prechtl: „Und es ginge sicher noch mehr, aber wir wollen nicht weiter expandieren. Der Aufwand, den wir im Weinbau betreiben, wäre sonst nicht mehr zu leisten. Und wir wollen auch unser Preis-Leistungs-Niveau nicht verändern. Dazu ist mir unsere Kundschaft zu sympathisch. Das sind nämlich wirklich liebe Leute. Sicher könnten wir unsere Weine auch teurer verkaufen. Aber dann kämen ja vielleicht nur noch die Schnösel daher.“

Schnösellos im Umgang, agieren Prechtls auch in der Weinproduktion sehr boden- beziehungsweise naturnah. Franz Prechtl verfügt als Absolvent der Wiener Universität für Bodenkultur über das Wissen und die Lust, der Natur ihren Lauf zu lassen: „Wir arbeitet seit dreißig Jahren nachhaltig. Dafür brauche ich kein Bio-Zertifikat.“ Und auch ganz bestimmt keine Modeerscheinungen: „Unsere Weine sind keine Duftbomben, keine Eiszuckerl, sondern ganz klare, sortentypische Grüne Veltliner.“

Und jetzt, wo das Weingut Prechtl endlich so aussieht, wie sich Franz und Petra Prechtl das immer vorgestellt haben, kann man sich natürlich wieder etwas Neues vorstellen. Zum Beispiel einen pittoreske Sommerladen im alten, nicht mehr genutzten Hofgebäude, eine Mischung aus Café, Vinothek, Schmankerlshop und Einrichtungsgeschäft, und dann hat man den halt auch gleich noch eröffnet. Auf dass die Kundschaft sympathisch bleibe.

 

Das Weinbaugebiet:

Das Weinviertel ist so etwas wie der Inbegriff des DAC-Gebiets, was unter anderem daran liegt, dass die Herkunftsbezeichnung im mit 13.356 Hektar Rebfläche größten Weinbaugebiet Österreichs schon mit dem Jahrgang 2002 eingeführt wurde. Die Regeln sind klar: Als Weinviertel DAC dürfen fruchtig-würzig-pfeffrige Grüne Veltliner verkauft werden, in der Reservekategorie auch kräftigere Weine mit zartem Botrytis- und Holzton. Als Gebiet lässt sich das Weinviertel grob in drei Wein-Zonen gliedern: das westliche Weinviertel um Retz und Röschitz, den nordöstlichen Teil um Poysdorf sowie den Südosten zwischen Mannersdorf, Wolkersdorf und Bisamberg.

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