Weingut Nimmervoll

Österreich

Wagram / Engelmannsbrunn

Über das Weingut

Was macht man, wenn man von seiner Großmutter einen 0,4 Hektar großen Weingarten in Engelmannsbrunn vermacht bekommt? Man meldet sich schnellstmöglich in einer Weinbauschule an und verschreibt sich völlig der Idee Winzer zu werden. Wenn dann noch Leidenschaft, Risikobereitschaft, Qualitätsbewusstsein und nicht zu knapp Energie dazukommen, steht einer Verwirklichung solcher Vorhaben nicht viel im Weg. In der Zwischenzeit bewirtschaftet Gregor Nimmervoll gemeinsam mit Lebensgefährtin Claudia Scholly knapp 15 Hektar Weingärten am Wagram und seit sie von ihrer Garage in einen modernen Weinkeller übersiedelt sind, spricht auch nichts gegen ein paar Hektar mehr.

Die Hauptrolle in ihren Weingärten spielt der Grüne Veltliner, wobei genug Raum für einige gewichtige Nebenrollen bleibt. Weißburgunder und Traminer kommen dabei immer größere Bedeutung zu und auch der Riesling ist längst kein Statist mehr im Sortiment. Letzterer wurzelt übrigens in Schotter, Sand & Flusskiesel und stellt somit einen straffen, eleganten & strukturierten Kontrapunkt im ansonsten lössgeprägten Rebsortenrepertoire dar. Grünen Veltliner gibt es darin gleich in drei Varianten und wenn ihnen das Jahr keinen Strich durch die Rechnung macht, kommt zu den beiden etwas leichteren Interpretationen (Von den Rieden, Wagram) und der Einzellagenversion vom Schafberg auch noch eine Große Reserve dazu. Die gibt es auch vom Weißburgunder, wobei das Dogma der Großen Reserven darin besteht, dass es kein Dogma gibt.

Keine Spielregeln, kein Richtlinien. Allerdings Konstanten, die sich größtenteils auch auf ihre anderen Lagenweine übertragen lassen. Die Lese ist spät und selektiv und was an Trauben in den Keller kommt, ist kerngesund und vergärt teilweise spontan. Schwefel sehen die Weine möglichst spät; dazwischen liegen sie in Edelstahl, die Reserven in gebrauchten Holzfässern: Weißburgunder & Riesling vorzugsweise in Eiche, Traminer & Veltliner in Akazie. Stilistisch tendieren sie in eine kraftvolle und stoffige Richtung, die Frucht ist ruhig und strömend und wenn man dabei dezent an das Burgund erinnert wird, ist das durchaus beabsichtigt. Man könnte sich schlechtere Vorbilder wählen und individuell sind die Weine dank der Eigenheiten des Wagrams und der Handschrift des Winzers allemal.

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